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05. Juli 2011: TED HEROLD- “Peter Kraus meint, er sei ein Rock`n Roller”

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Ted Herold brachte in Deutschland den Rock´n Roll ins rollen.Schon im Sommer 1958 begann seine muskalische Karriere. Der Austro Rock´n Roller Freddy King sprach für Bärensound mit Ted Herold über sein großes Vorbild Elvis Presley und welche Rolle Udo Lindenberg für sein Revival spielte.


Freddy King:Wann und wie war Deine erste Begegnung mit Musik?


Ted Herold:Ich war immer schon so ein Radio Bastler und hab mir auf Schrottplätzen immer die alten Musikbox- Schallplatten geholt für ein paar Pfennige. Ich war der erste in meiner Klasse der eine „rund-um Soundanlage“ hatte. Stereo gabs ja noch nicht, aber ich hatte schon 12 Lautsprecher. Ich sah dann Elvis in seinem ersten Film und da wollte ich unbedingt eine Gitarre haben. Das war im Herbst 1956.


Freddy King:Wo hattest Du Deinen ersten Auftritt?


Ted Herold:Das war im Schwimmbad von Bad Homburg. Alle trugen Badehosen, ich selber auch. Da kamen die ersten Pfennige rein, die erste Gage, und dann merkte ich, daß Mädchen die ich nie erreichen konnte, auf einmal ganz scharf auf mich waren.


Freddy King:Du hast ja Elvis Presley, dein großes Vorbild tatsächlich einmal getroffen. Wie kam das?


Ted Herold:Eigentlich sehr überraschend. Ich wusste dass Elvis in Deutschland war und in der Nähe von Bad Homburg stationiert war. Und an einem Sonntag Abend hieß es „Elvis ist in der Stadt“. Wir trafen ihn in einer Eisdiele, da stand er in seiner Uniform mit seinen beiden Leibwächtern. Aber es war kaum jemand da, der ihn erkannte. Ich bin ihm dann vorgestellt worden, zu dem Zeitpunkt hatte ich ja schon meine erste Platte gemacht, und wir bekamen Autogramme, haben ein bisschen geplaudert und er leckte immer an seinem Eis. Dann gingen wir durch die Bad Homburger Hauptstrasse und kamen an einen Plattengeschäft vorbei, in der meine erste Platte im Schaufenster war, mit einem Vermerk der örtlichen Tageszeitung: Unser Ted singt genau so gut wie der schöne Elvis. Das hat ihm dann einer übersetzt und dann kam er grimmig auf mich zu und fragte: „Singst Du Deutsch oder Englisch?“ Als ich sagte „Deutsch“, meinte er: „It´s Okay!“


Freddy King:Wie war das für Dich, diese Songs dann auf Deutsch zu singen?


Ted Herold:Man kannte ja den original Text und dann bekam man den deutschen Text vorgelegt und man sagte: Oh Gott! Obwohl der Originaltext auch nicht welterhebend war, nur die deutschen Texte klangen viel banaler. Das hat man uns ja auch immer vorgeworfen, auch beim Schlager, dass die deutschen Texte viel zu seicht waren. Aber bei uns stand die Musik im Vordergrund. Die deutsche Sprache ist nun mal nicht die Sprache des Rock´n Roll, das ist Englisch.


Freddy King:Hörte man eher die Original Versionen?


Ted Herold:Ein Elvis Fan kaufte sich Elvis und nicht Ted Herold. Das war aber kein großes Manko. Ich war dann auf Tournee, meistens mit Max Greger und diese Veranstaltungen waren immer ausverkauft. Nach der ersten Tour hat sich der Manager gleich eine 600.000 Mark Villa gebaut (lacht), weil er mich mit 60 Mark pro Abend  abgespeist hat.


Freddy King:Wo hast Du deine ersten Platten aufgenommen?


Ted Herold:In Wien mit dem Orchester Johannes Fehring oder Erwin Halletz. Das waren zwei verschiedene Orchester aber immer die gleichen Musiker. Das ist auch heute noch so dass große Studios die gleichen Einspielmusiker haben.


Freddy King:Du hast aber auch auf deinen Platten englisch gesungen?


Ted Herold:Wenn man in Deutschland einen großen Hit hatte, wollte man sehen, wie verkauft sich das auf dem englischen Markt. Ich weiß das Platten von mir, auf Grund der Filme, die ich gemacht habe, in Ungarn oder auch in Finnland erschienen. „Moonlight“ ist auch in England erschienen, war aber kein Erfolg, denn es war für die dortigen Verhältnisse zu doof produziert, sage ich mal.


Freddy King:War oder ist es ein hartes Business? Man geht mit Kollegen auf Tournee und ist doch Konkurrent?


Ted Herold:Man hat nicht so viel Freunde. Denn wenn man Erfolg hatte, haben die anderen schon neidisch um die Ecke geguckt, hat man mir erzählt. Aber es gab ja kaum Konkurrenz für mich. Peter Kraus will ich gar nicht erwähnen. Er ist auf einem anderen Level für meine Begriffe, er meint zwar er sei ein Rock´n Roller, aber da muss man auch das Feeling dazu haben.


Freddy King:Ted Herold im Film. Deine Erinnungen an diese Zeit?


Ted Herold:Diese Filme waren ja besonders Intelligent. Man hat immer versucht mir Tanzschritte beizubringen. Dann hab ich gesagt: Hey, ich bin Rock´n Roller. Ich mache keine Tanzschritte! Das hat man aber akzeptiert. Ich hab mit Hans Joachim Kulenkampf, Harold Junke, Paul Hörbiger oder Hans Moser gedreht. Immer schön volkstümlich angelegt. Bei „Der verkaufte Großvater“ habe ich Hans Moser kennen gelernt. Der hat überhaupt nicht gewusst wer ich bin. Zu dieser Zeit war er einfach Hans Moser und lasst mich in Ruh. Ich hatte auch ein dreiwöchiges Gastspiel an der Löwinger Bühne.


Freddy King:Was war Dein größter Erfolg?


Ted Herold: Moonlight. Weil man es nicht erwartet hatte dass ich was langsames singe. Und mein erster Hit war „Ich brauch keinen Ring“, das hat noch Bert Kaempfert in Hamburg produziert und es wurde über 100.000 mal verkauft. Und um mich zu kontrollieren hat man mich dann nach Wien geholt. Ich durfte nicht größer als Peter Kraus werden, wir waren ja bei der gleichen Plattenfirma. Ich sang dann die harten Roll´n Roll Sachen und Peter Kraus eher die seichten wie „Schwarze Rose Rosemarie“. Da enstand dann auch eine gewisse Konfrontation im eigenen Haus, die von der Plattenfirma auch so richtig geschürt wurde.


Freddy King:Wer hat dich aus der Versenkung geholt?


Ted Herold:Ich hab ja einen richtigen  Beruf erlernt. Ich bin Meister in Radio- und Fernsehtechnik. Und Anfang der 80ziger Jahre kam ein gewisser Udo Lindenberg, der meinte „komm mal aus der Versenkung und sing mit mir einen gemeinsamen Titel“.  Er verschacherte mir hinter meinem Rücken, obwohl ich gar nicht mehr wollte, einen Plattenvertrag, und siehe da, ab 1980 hatte ich wieder 6 Hits in Folge.  Die 80ziger Jahre begannen mit einem Rock´n Roll Revival, auch durch Shakin’ Stevens.  


 Freddy King:Wie sieht Dein heutiges Bühnenprogramm aus?


Ted Herold:Das Hauptprogramm besteht aus den Rock´n Roll Standards, wir machen viel englische Sachen, ein Elvis Medley – wo ich mit der Gitarre anfange und dann steigt die Band ein, meine ersten Hits und auch die ganz neuen Sachen. Ich will nicht die Welt verbessern mit meiner Musik, ich will das die Leute Spaß haben.


 

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