
Den Film „The Sound of Music“ haben weltweit rund eine Milliarde Menschen gesehen. Etwa 300.000 Fans pilgern jedes Jahr nach Salzburg, um auf den Spuren der Familie Trapp zu wandeln. Dass die Verfilmung der bewegenden Familiengeschichte, die untrennbar mit Salzburg verbunden ist, zu einer der erfolgreichsten Filmproduktionen avancieren würde, hatte im Jahre 1965 wohl niemand geahnt. Es war das Jahr, in dem der Film „The Sound of Music“ erstmals über die Kinoleinwände flimmerte. Robert Wise produzierte den Film und führte Regie, Julie Andrews glänzte in der Hauptrolle.
Zuvor gab es allerdings bereits ein äußerst erfolgreiches Broadway-Musical und Millionen verkaufter Schallplatten. Der Film jedoch brach alle Rekorde, heimste fünf Oscars ein und berührte vor allem die Herzen des Publikums rund um den Erdball. Noch heute gibt es eine eingeschworene Fangemeinde insbesondere im angloamerikanischen und asiatischen Raum.
Und das lässt sich natürlich auch touristisch gut vermarkten, denn der Hype hält bis heute an und die Fans kommen, um die Schauplätze der Geschichte zu besichtigen. Dass der Film und die dazugehörende Geschichte der Familie Trapp in der österreichischen Heimat mitunter gar nicht so bekannt sind, spielt dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.
Die Stadt Salzburg spannt dieses touristische Zugpferd immer wieder gerne vor den Wagen. Das Angebot ist vielfältig und reicht von „Sound of Music”-Stadtführungen über Bustouren, Dinner-Shows bis zu Vorführungen im Marionettentheater. In der Villa Trapp kann sogar genächtigt werden.
Im Oktober feierte das Musical „Sound of Music“ im Landestheater Premiere. Das Salzburg Museum widmet der Familie Trapp seit 4. November eine Sonderschau. Im Musical buhlen die Musical-Stars Uwe Kröger und Wietske van Tongeren als Baron Georg von Trapp und als Maria um die Gunst des Publikums.
Ein bisserl Kitsch darf’s dabei durchaus sein. „Die Vorgaben vom Verlag sind streng, aber wir haben darauf geachtet, dass wir die Geschichte in die historischen und politischen Hintergründe einbetten”, so Regisseur Andreas Gergen.
„Die Familie Trapp – Realität und ‘Sound of Music’”, lautet der Titel der Sonderschau im Salzburg Museum. „Die Ausstellung ist in Umfang und Aufbereitung weltweit einzigartig. Auf zwei Ebenen wird das Leben der Familie Trapp, das zugleich Spiegelbild eines Jahrhunderts ist, sowie das mediale Phänomen ‘Sound of Music’ anhand zahlreicher Originalobjekte, Hörproben, Musical-Mitschnitte, Interviews und Fotos dargestellt”, erklärt Chefkurator Peter Husty.
„Sound of Music ist ein wichtiger Botschafter für Salzburg”, betont Bert Brugger, Geschäftsführer der Tourismus Salzburg GmbH. “Letztes Jahr brachte 20th Century Fox den Film in den USA im Blu-Ray-Format auf den Markt. In der Box mit enthalten waren Postkarten und Bücher über Salzburg. Das ist eine enorme Werbung.”
Auch wenn Realität und Film nicht immer ganz übereinstimmen, ist der Film an die wahre Geschichte der Familie Trapp angelehnt und basiert auf den Lebenserinnerungen von Maria Trapp, die sie 1952 unter dem Titel „Vom Kloster zum Welterfolg“ niedergeschrieben hatte.
Baron Georg Ritter von Trapp, seines Zeichens U-Boot-Kommandant der k&k-Marine, war als Vater von sieben Kindern Witwer geworden. Die Wienerin Maria von Kutschera hingegen war Anwärterin auf das Noviziat im Benediktinerkloster Nonnberg in Salzburg. Von ihrer Äbtissin wurde sie als Kindermädchen zum Baron geschickt. Das war der Beginn einer Liebesgeschichte, denn nicht lange später wurde geheiratet und das Paar bekam drei weitere Kinder.
Aufgrund von Fehlspekulationen der Bank verliert die Familie ihr gesamtes Vermögen, muss in die Dienstbotenzimmer ziehen und vermietet den restlichen Teil des Hauses. Anfang der 1930er-Jahre gründete Maria von Kutschera einen sehr erfolgreichen Familienchor. Im zweiten Weltkrieg flüchtete die Familie in die USA. Die Musik wurde zur einzigen Einnahmequelle und damit konnte der Clan in der neuen Heimat Fuß fassen, ließ sich in Vermont nieder und begann eine 20 Jahre andauernde, erfolgreiche Konzerttournee.
Diese Topstory wurde am 17. November 2011 veröffentlicht.
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